South Korea

S2-A: Handelsnetzwerke und Migration zwischen Afrika und Asien

Übersicht: 

Handelsnetzwerke und Migration zwischen Asien und Afrika bestehen schon seit langer Zeit, sind aber durch die Öffnung Chinas und das chinesische Engagement in Afrika zunehmend im Fokus der westlichen Öffentlichkeit. Über die konkreten kulturellen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen aus lokaler Sicht, ist jedoch bisher nur wenig bekannt. Neben makropolitischen Dynamiken beeinflusst der kulturelle Hintergrund der Beteiligten die Organisation von Handelsnetzwerken und die Entwicklung unternehmerischer Strategien. Das Vorhaben geht den Unterschieden zwischen afrikanischen und asiatischen Netzwerken nach. Wir fragen, welche Netzwerke (von Familien bis zu internationalen Unternehmen), welche Sektoren des Handels übernehmen und wie deren Entscheidungsprozesse von der Interaktion mit Angehörigen der anderen Kultur geprägt werden.
Ein Schwerpunkt unsere Forschung gruppiert sich um die Waren selbst. Obwohl Konsumgüter das Gros der afrikanischen Importe aus Asien ausmachen, werden auch Dienstleistungen wie tertiäre Bildung in dem afrikanisch / asiatischen Handelsgeflecht angeboten. Es stellt sich die Frage, in welchen Regionen sich Händler auf welche Angebote und Dienstleistungen spezialisieren. Auch ist kaum bekannt, welche Waren und Dienstleistungen neben Rohstoffen aus Afrika nach Asien gelangen und wie dieser Handel konkret auf der persönlichen Ebene stattfindet. Den Märkten folgen und folgten Menschen und Ideen. Welche Formen des Handels unterstützen Staaten und welche ideologischen und historischen Themen bestimmen die Politik dieser Länder? Welche Migrationserfahrungen machen Afrikaner/Asiaten im jeweiligen fremden Kontext und wie unterscheiden diese sich von den Erfahrungen, die zum Beispiel in Europa gemacht werden? Wie hat sich der Handel verändert und welche neuen Netzwerke haben sich gebildet? Welche Diskurse haben sich über die Aktivitäten der Asiaten in Afrika entwickelt? Wie bewertet man in Afrika einerseits die als positiv erlebten Entwicklungen im Bereich der Infrastruktur und der Güterversorgung, und andererseits die Präsenz der Fremden, die Konkurrenz für afrikanische Unternehmen darstellen und deren Fremdheit oftmals negativ belegt ist? Spielen diese Bewertungen für die Handelsnetzwerke überhaupt eine Rolle?
Die Feldforschungen werden in Westafrika (Kamerun, Mali) und im südlichen Afrika sowie in Indonesien, Malaysia, Japan und China durchgeführt. Das breite regionale Spektrum lässt einen Vergleich zwischen historisch und kulturell unterschiedlichen Regionen zu. Zusammengeführt wird diese Pluralität durch die enge Zusammenarbeit der beteiligten Wissenschaftler und die aufeinander abgestimmten Fragestellungen. Ute Röschenthaler untersucht in Kooperation mit Antoine Socpa in Douala und Yaounde, kamerunische und asiatische Netzwerke, in Bamako in Kooperation mit Birama Diakon die Netzwerke malischer und chinesischer Händler und gemeinsam mit Shigehiro Sassaki afrikanische Netzwerke in Japan. Mamadou Diawara erforscht malische Migranten in Indonesien und Rückkehrer in Bamako. Malaysische Bildungsunternehmer im südlichen Afrika werden von Sandra Manickam untersucht und Matthias Gruber untersucht die alten und neuen chinesisch/südafrikanischen Handelsnetzwerke in Südafrika und China.

Kontakt: 

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Involvierte AFRASO Mitglieder: 

AFRASO Publications

Röschenthaler, Ute and Dorothea Schulz ; 2016 ; Cultural Entrepreneurship in Africa ; Oxon / New York: Routledge

Talks and Lectures

Röschenthaler, Ute & Julia Binter ; Trade, crisis and cultural entrepreneurship in the Niger Delta and the Cross River Region ; Saturday, October 3, 2015 ; Marburg
Diawara, Mamadou ; The Time-Tested Traditionist: Intellectual Trajectory and Mediation from the Early Empires to the Present Day. Landscapes, Sources and Intellectual Projects: Politics, History and the West African Past ; Thursday, November 12, 2015 to Saturday, November 14, 2015 ; Department of African Studies and Anthropology (DASA) and Centre of West African Studies (CWAS), University of Birmingham
Ute Röschenthaler ; The History of Green Tea in Mali and Beyond ; Thursday, May 15, 2014 ; Goethe-Universität Frankfurt
Ute Röschenthaler ; The History of Green Tea in Africa ; Thursday, December 18, 2014 ; Bejing University
Diawara, Mamadou ; The Call of the ‘Bush’: Malian Migrants on their Way to Asia ; Wednesday, March 12, 2014 ; Kuala Lumpur
Diawara, Mamadou ; Seeing like scholars. Whose exile? Making a life in being at home and abroad ; Wednesday, March 25, 2015 ; Kapstadt
Ute Röschenthaler ; Commercial Networks and Cultural Brokers: Cameroonian Traders in China ; Wednesday, March 12, 2014 ; Kuala Lumpur, Malaysia
Diawara, Mamadou ; China und Afrika, SoSe 2013 ; Goethe University Frankfurt
Röschenthaler, Ute; Haugen, Heide & Michaela Pelican ; Challenges to African entrepreneurship in Malaysia ; Thursday, July 9, 2015 ; Sorbonne, Paris
Ute Röschenthaler ; Brokers as Intermediaries in Commercial Trade Networks ; Sunday, December 14, 2014 ; Jinan University, Guangzhou
Röschenthaler, Ute ; Bewegung von Menschen und Gütern im globalen Kontext ; Wednesday, July 1, 2015 ; Hannover
Diawara, Mamadou ; Asien in Afrika, WiSe 2014/15
Diawara, Mamadou ; Asia as Horizon and Home for West Africans from the 1980s ; Saturday, August 8, 2015 ; Stellenbosch Institute for Advanced Study
Diawara, Mamadou ; (Dis-)connections in Histories of African Studies on the Continent and Beyond, ; Friday, July 10, 2015 ; Sorbonne, Paris

S3-C: Neue Ansätze der Verhandlung von Entwicklung: Südkoreanisch-Afrikanische Interaktionen

Übersicht: 

Südkoreanisch-afrikanische Beziehungen verdichten sich in den letzten Jahren insbesondere im Feld der Entwicklungszusammenarbeit. Afrikanische wie koreanische Partner betonen den „win-win“ Charakter der neuen Beziehungen, die sich längst nicht nur um Investitionen gegen Rohstoffe drehen, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit im Bildungs- und Kultursektor etablieren. So gilt in Südkorea der Export des eigenen Entwicklungsmodells als eine Chance „China in Afrika einzuholen“ und sich in der internationalen Staatengemeinschaft zu positionieren. Umgekehrt begrüßen die afrikanischen Partner die neuen Formen der Kooperation ausdrücklich.  In fast allen Ländern des Kontinents wurden in den letzten Jahren „Looking East“-Policies ausgerufen wurden. Für afrikanische Länder ist Südkorea als Partner vor allem deshalb interessant, weil erstens die jüngere koreanische Entwicklungsgeschichte zu schnellem Wachstum und Modernisierung führte und zweitens die geteilte Erfahrung kolonialer Vergangenheit besondere Möglichkeiten partnerschaftlicher Zusammenarbeit verspricht.

Vor diesem Hintergrund untersucht dieses Projekt in Korea und den Schwerpunktländern der koreanischen Entwicklungszusammenarbeit in Afrika, Äthiopien und Kenia, neue Diskurse und gesellschaftliche Verhandlungsprozesse über Ideen und Praxis von Entwicklung. Im Mittelpunkt der Forschung stehen (neue) Akteure, (neue) Konzeptionen und Ziele von Entwicklung sowie (neue) gesellschaftliche Dynamiken, die in den konkreten lokalen Kontexten der Kooperation entstehen. Spezielles Augenmerk liegt dabei auf den entsprechenden Prozessen in den Feldern Bildung und Kultur.

Das Projekt will damit einen zentralen Beitrag zur Debatte über unterschiedliche Entwicklungskonzepte und –modelle sowie  deren Umsetzung in Policies und Programme leisten. Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung (Politikwissenschaft und Cultural Studies) und seinem auf zwei Kontinenten vergleichend angelegten Untersuchungsdesign will das Projektdarüber hinaus  auch auf methodologischer Ebene nach Antworten auf die Frage suchen, wie neuere Prozesse der transregionalen Verhandlung von Entwicklung angemessen zu beschreiben zu verstehen sind.

 

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